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Dieses Thema hat 36 Antworten
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 Wohnen auf Gran Canaria - Immoblilien/Wohnungen auf Gran Canaria
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dawos Offline




Beiträge: 234

07.02.2009 02:55
RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Spanien vor Finanzkrise
Von Prof. Dr. Christian Kreiß, Hochschule Aalen

Teil I: Ursachen und Hintergründe des spanischen Immobilien- und Wirtschaftsbooms
Wie ist es ökonomisch zu erklären, dass ein Land mit einem BIP von etwa € 1.000 Mrd. und
einer Bevölkerung von knapp 45 Millionen in jüngster Zeit mehr Wohnungen baute als die
drei Länder Deutschland, Frankreich und Italien bzw. Großbritannien zusammen, die
gemeinsam eine Wirtschaftskraft haben, die etwa 6 Mal so groß ist wie diejenige Spaniens
und einer Bevölkerung, die gemeinsam mehr als 4 Mal so hoch ist wie diejenige Spaniens?
Wie konnte es zu solch - bei Betrachtung mit gesundem Menschenverstand - völlig
unhaltbaren Zuständen kommen?

Angenommen, ein Investor nimmt heute einen Kredit von € 75.000 zu einem Zinssatz von 4%
pro Jahr auf und kauft damit (unter Einsatz von € 25.000Eigenkapital) eine Wohnung im Wert
von € 100.000. Wenn binnen Jahresfrist der Wert der Wohnung auf € 110.000 steigt und der
Investor die Wohnung verkauft (unter Vernachlässigung der Transaktionskosten), so hat er
sein eingesetztes Kapital von € 25.000 auf € 31.000 bzw. um 24% erhöht. (€ 110.000
Verkaufspreis abzüglich € 75.000 Schuldentilgung abzüglich € 4.000 Zinsen = € 31.000).
Zur Verdeutlichung: Bei 100%iger Fremdfinanzierung stellt sich die Rechnung wie folgt dar:
Angenommen, ein Investor kauft 100 Wohnungen zu jeweils € 100.000, also für insgesamt €
10 Mio. und die Bank würde ihm das komplette Kapital leihen. Falls er im Folgejahr den
kompletten Kredit über € 10 Mio. zuzüglich 4% Zinsen zurückzahlt, also € 10,4 Mio., dannmuss er der Bank hierfür nicht 100 Wohnungen zurückgeben, sondern nur etwa 94 (€ 10,4
Mio. Tilgung plus Zinsen geteilt durch € 110.000 Durchschnittspreis der Wohnungen = 94,5),
knapp sechs Wohnungen bekommt er von der Bank geschenkt. Der Realzins für
Immobilienkredite beträgt in diesem Rechenbeispiel fast -6%. Negativer Realzins bedeutet,
dass die Bank dem Investor Zinsen zahlt für einen Kredit, statt der Investor der Bank. Wer
Schulden aufnimmt, um Immobilien zu kaufen, gewinnt. Wer hingegen zu 4% sein Kapital
spart, um im nächsten Jahr eine Wohnung zu kaufen, verliert: Ein Jahr später kostet die
Immobilie 10% mehr, das Kapital ist aber nur um 4% gestiegen. Bei Vorliegen solcher
perversen Anreizstrukturen gewinnen die Schuldner und verlieren die Sparer und die
Nachfrage nach Immobilien und damit deren Preis wird künstlich angeheizt.
Genau eine solche Anreizstruktur lag über ein Jahrzehnt in Spanien vor. Die Immobilienpreise
in Spanien stiegen von 1997 bis 2005 um 12% pro Jahr
bzw. von einem Preisniveau von 100
1996 auf 289 Ende 2006, also beinahe eine Verdreifachung binnen 10 Jahren, während die
Preise für Wohneigentum in den Ländern des Euro- Währungsgebietes insgesamt im gleichen
Zeitraum um lediglich 75% stiegen.
Zum Vergleich: in den USA stiegen die Preise für
Wohnimmobilien im gleichen Zeitraum um etwa 90%.
Unter den fortgeschrittenen
Volkswirtschaften verzeichneten weltweit nur Irland mit etwa 220% und Großbritannien mit
etwa 170% einen stärkeren Anstieg der Wohnimmobilienpreise als Spanien.
Gleichzeitig sanken die langfristigen Zinsen in Spanien von gut 14% Anfang der 1990er Jahre
auf unter 5% ab 1999.
Noch dramatischer sanken die Kurzfristzinsen im gleichen Zeitraum:
von 14% auf teilweise nur noch 2%, also etwa auf ein Siebtel.
Da über 90% aller spanischen
Baufinanzierungen auf Basis von Kurzfristkrediten getätigt werden bedeutet dies, dass die
Zinslast für spanische Immobilienerwerber seit Anfang der 1990er Jahre beinahe um sechs
Siebtel gesunken ist
Abnehmende Erschwinglichkeit von Immobilien für Normalverdiener
Eine Folge der stark steigenden Immobilienpreise in Spanien in den letzten 12 Jahren ist die
abnehmende Erschwinglichkeit für Durchschnittsverdiener.
So waren 2006 die
durchschnittlichen Häuserpreise in Spanien mit € 248.630 etwa 13% höher als in Deutschland
(€ 220.000). Das durchschnittliches Brutto- Jahresgehalt lag in Deutschland 2006 (€ 34.622)
dagegen um 64% höher als in Spanien mit € 21.062. Häuser sind in Spanien, gemessen am
durchschnittlichen Jahresgehalt also beinahe doppelt so teuer wie in Deutschland.

Im gesamten Euro-Raum verschlechterte sich das Verhältnis der verfügbaren Einkommen
zum Preis für Wohnimmobilien von gut 120 1998 auf 97 2007
bei einem durchschnittlichen
jährlichen Preisanstieg für Wohnimmobilien im Euro- Raum von 6% pro Jahr im Zeitraum
1997-2005. In Spanien betrug der durchschnittliche jährliche Preisanstieg in diesem Zeitraum
jedoch 12% pro Jahr. Entsprechend stärker hat sich die Erschwinglichkeit für spanische
Immobilien verschlechtert.
Wohnungen in Madrid und Barcelona kosten derzeit etwa 33% mehr als z.B. in Paris und über
40% mehr als Wohnungen in Deutschland, bei deutlich geringerer Pro-Kopf-Produktivität und
entsprechend niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen - ein ökonomisch unhaltbarer Zustand.

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Another dawos quality post. - Jetzt auch mit einem positiven Teil in jedem Posting: Wir zitieren AC/DC zur allgemeinen Lage: "On the highway to hell"

dawos Offline




Beiträge: 234

07.02.2009 03:03
#2 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Auswirkungen und Bereinigung: Wie geht es weiter?

Ist der Wendepunkt am spanischen Immobilienmarkt erreicht? Spätestens seit der größten
Insolvenz der spanischen Wirtschaftsgeschichte, der Immobiliengesellschaft Martinsa-Fadesa Mitte Juli 2008
ist trotz grassierender Katastrophen- Kurzsichtigkeit vielen
Beteiligten klar geworden, dass der Immobilienboom und damit vermutlich auch das Wirtschaftswachstum in Spanien in dieser Form nicht weitergehen kann.
Die wichtigen Indikatoren Erschwinglichkeit von Wohnungen und Verschuldungsgrad der spanischen
Privathaushalte signalisieren, dass der spanische Immobilienmarkt überspannt ist.

Doch wie geht es weiter?
Zur Beantwortung dieser Frage soll zuerst ein kurzer Blick auf den japanischen Immobilienmarkt 1980 bis ca. 2000 geworfen werden.

Der japanische Immobilienboom 1980 bis 1990 und die anschließende Bereinigung
Von 1980 bis 1990 erhöhte sich der Preis gewerblicher Immobilien in Tokio um beinahe
350% bw. der japanische Immobilienpreisindex stieg um etwa 400%
Weitgehend prallel dazu stieg der führende japanische Aktienindex Nikkei 225 ebenfalls um etwa 400%
von etwa 8.000 Punkten 1980 auf beinahe 40.000 Punkte, allerdings erreichte der Aktienindex
seinen Höchststand bereits im Dezember 1989, während die Immobilienpreise ihren
Höchststand erst 1991 erreichten.
Im Höhepunkt der japanischen Immobilienblase kostete das Grundstück des mitten in Tokio
gelegenen Kaiserpalastes bei den im Großraum Tokio vorherrschenden Grundstückspreisen
theoretisch mehr als der ganze Grund Boden von Kalifornien oder der Boden von ganz
Kanada.

Ein extremes Beispiel für disaster myopia, Katastrophen- Kurzsichtigkeit, hier
besser: Katastrophen- Blindheit, das man im Nachhinein mit gesundem Menschenverstand
nicht mehr nachvollziehen kann.
Als die Blase platzte, verfielen die japanischen Immobilienpreise in den anschließenden 10
Jahren um etwa 80% bis zum Jahr 2000.
Die japanischen Aktien stürzten ebenfalls, und
zwar mit weit größerer Geschwindigkeit ab: allein von Dezember 1989 bis August 1992 um
über 65% auf etwa 14.000 Punkte und im Laufe der folgenden Jahre auf unter 10.000 Punkte,
also um insgesamt über 75%.
Mit dem Aktien- und Immobilienabsturz einher ging eine über zehn Jahre lang anhaltende
Wirtschaftskrise in Japan - the lost decade - das verlorene Jahrzehnt, mit einem für japanische
Verhältnisse dramatischen Anstieg der Arbeitslosenquote.
Im Zuge des Platzens der
Immobilienblase wurden 40% des japanischen Volksvermögens vernichtet.
Ausgelöst wurde die jahrelange Wirtschaftsschwäche maßgeblich durch eine sehr restriktive
Kreditvergabepolitik der Banken.
Mit dem Wirtschaftsabschwung wurden einige
Unternehmen und Immobiliengesellschaften zahlungsunfähig. Viele Kredite waren mit
Immobilien besichert. Durch den Verfall der Immobilienpreise waren die Sicherheiten nicht
mehr ausreichend, um die Kreditausfälle abzudecken und die Banken erlitten hohe
Kreditverluste. Aufgrund der Kreditausfälle waren die Banken nicht länger bereit, neue
Kredite zu vergeben und dadurch verschlimmerte sich die Wirtschaftskrise.
Japan bewegte sich trotz aggressiver Senkung der Notenbankzinsen durch diese Spirale nach unten noch weit
bis in das neue Jahrtausend hinein am Rande einer Deflation.


Situation in den USA
Der Verkauf neuer Wohnungen in den USA ist bis zum Frühjahr 2008 gegenüber dem
Höhepunkt im Juli 2005 von 1,4 Mio. um 63% gesunken.

Die US- Hauspreise lagen im Mai
2008 um 16% unter dem Vorjahreswert und um 23% unter ihrem Höhepunkt von Juli 2006.

Der Beitrag des Wohnungsbau zum BIP fiel bis April 2008 auf ein 15- Jahres- Tief von 3,8%.
Im vierten Quartal 2008 soll er laut Wall Street Journal den niedrigsten Anteil aller Zeiten
erreichen.

Hausbaubeginne sind um mehr als 50% gefallen gegenüber dem Höhepunkt und
sind, bereinigt um das Bevölkerungswachstum, auf das Niveau von 1982 zurückgefallen.
Die Erschwinglichkeit von Immobilien in den USA verschlechterte sich im Zuge der
Immobilienhausse stark - während der 1990er und Anfang der 2000er Jahre mussten 19% des durchschnittlichen Monatseinkommens aufgewendet werden, um ein Immobiliendarlehen
eines gekauften Durchschnittshauses zu bedienen, 2005 und 2006 absorbierte es 25% des
Monatseinkommens. Für Erstkäufer stieg dieser Anteil im selben Zeitraum gar von 29% auf
37%. "That just proved to be too much."
Im April 2008 mussten aufgrund mittlerweile
wieder gesunkener Hauspreise und leicht gestiegener Einkommen 19% des
Durchschnittseinkommens bei Durchschnittskäufen ausgegeben werden und 31% bei Erstkäufen.
Die US- Wirtschaft konnte in den ersten beiden Jahren des Immobilienabschwungs eine
Rezession nur vermeiden, weil die Notenbank die Zinsen aggressiv auf 2% senkte und auf
Grund des schwachen Dollars die amerikanischen Exporte stark steigen bzw. die Importe sich
deutlich verteuern. Das für das 2. Quartal 2008 auf 1,9% geschätzte reale
Wirtschaftswachstum der USA war nur möglich, weil die Außenwirtschaft 2,4 Prozentpunkte
Wirtschaftswachstum beisteuerte.
Ohne den positiven Beitrag der Außenwirtschaft wäre
demnach die US- Wirtschaft im 2. Quartal 2008 um 0,5% geschrumpft.

DAWOS - helping people ease their frustration since 2009
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dawos Offline




Beiträge: 234

07.02.2009 03:09
#3 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Fazit: Möglicher Ablauf der Bereinigung in Spanien

Wird die spanische Bereinigungskrise eher dem katastrophalen japanischen oder dem
vergleichsweise milden US- amerikanischem Muster folgen? Vermutlich einem Pfad
zwischen den beiden Ländern. Bei einem Vergleich mit der jüngsten Entwicklung in den USA
muss man folgende Punkte berücksichtigen.

1. Die spanischen Immobilienpreise stiegen in den letzten zehn Jahren deutlich stärker als in
den USA, entsprechend müsste auch die Immobilien- Bereinigung stärker ausfallen als in
den USA. Also kann man mit einem mengenmäßiger Baurückgang von über 60%
gegenüber dem Höhepunkt 2006 und einem Preisrückgang von mindestens 30%
gegenüber dem aktuellen Preisniveau rechnen.

2. Die spanische Bauindustrie hat sowohl gegenüber den USA wie auch im internationalen
Vergleich einen deutlich überproportionalen Anteil an der Wertschöpfung der spanischen
Wirtschaft. Daher dürfte die spanische Gesamtwirtschaft unter der Bereinigung der
Immobilien- Blase deutlich stärker leiden als die US- Wirtschaft.

3. Der spanische Immobilienboom wurde in stärkerem Maße als in den USA über Kredite
aus dem Ausland finanziert, das spanische Leistungsbilanzdefizit ist im Verhältnis zum
Sozialprodukt fast doppelt so hoch wie das US- amerikanische. In dem Moment, wo
ausländische Gläubiger weniger Kredite an spanische Schuldner geben wollen, dürfte sich
der spanische Immobilien- und Wirtschaftsabschwung verstärken.

4. Die US- Notenbank stimuliert über eine Niedrigzinspolitik massiv die amerikanische
Wirtschaft. Dieser Weg ist Spanien auf Grund seiner Zugehörigkeit zum Euro- Block
nicht möglich.

5. Der schwache US- Dollar fördert seit mehreren Jahren massiv die US- Exporte und ersetzt
zunehmend Importe durch Inlandsproduktion. Diese Wechselkursentwicklung trägt zur
Bereinigung des hohen US- Leistungsbilanzdefizits bei und bewahrt die US- Wirtschaft zur Zeit vor einer Rezession. Spanien kann auf Grund seiner Zugehörigkeit zum Euro die
Landeswährung nicht abwerten.

Aufgrund dieser Punkte ist damit zu rechnen, dass Spaniens Immobilienbranche vor einer
"harten Landung" steht.

Da die Baubranche ein großes Gewicht in der Gesamtwirtschaft
Spaniens hat, wird dies die gesamte Wirtschaft in eine starke Rezession stürzen.

Die abzusehenden Immobilienpreisrückgänge sowie die sich abzeichnende Rezession dürften bei
den spanischen Banken analog der Situation in Japan in den 1990er Jahren zu deutlichen
Kreditausfällen führen. Wie in Japan kann man mit Kreditrestriktionen rechnen, die den
Wirtschaftsabschwung weiter verstärken.
Wenn die ausländischen Kreditgeber nicht mehr bereit sind, im bisherigen Umfang Kredite
nach Spanien zu pumpen, droht eine reale Anpassungskrise. Da ein Ausgleich der stark
defizitären spanischen Leistungsbilanz von über 10% des BIP nicht mehr - wie in der
Vergangenheit in Europa üblich - über eine Währungsabwertung möglich ist, bleibt nur mehr
ein schmerzhafter realer Angleichungsprozess, das heißt steigende Arbeitslosigkeit und lang
anhaltende Rezession, wenn nicht gar Depression, um den um 10% überhöhten
Inlandsverbrauch über Lohnzurückhaltung,
inländische Kaufzurückhaltung und
Produktivitätssteigerungen abzusenken.


Angesichts einer starken Rezession und hoher Arbeitslosigkeit könnten spanische Politiker
versucht sein, einen weniger schmerzhaften Weg zu wählen: den Austritt aus dem Euro und
die Wiedereinführung der Peseta. Die Wiedereinführung der Peseta würde es der spanischen
Notenbank ermöglichen, die kurzfristigen Zinsen auf das einer Rezession oder Depression
angemessene niedrige Niveau zu senken sowie die Landeswährung abzuwerten, um die
Leistungsbilanz auszugleichen ohne durch eine langjährige Anpassungskrise zu gehen.
Falls Spanien aus dem Euro austritt, könnte dies weitere Kreise ziehen und auch für andere
Länder mit Wirtschaftsproblemen zu derartigen Überlegungen führen. Da Spaniens
Wirtschaftskraft nur einen Bruchteil derjenigen der USA beträgt, werden die internationalen
Auswirkungen der Spanienkrise sehr viel geringer sein als diejenigen der US-
Immobilienkrise. Aber die Auswirkungen auf Spanien selbst, den Euroraum und Deutschland
könnten stärker ausfallen als die Auswirkungen der US- Immobilienkrise.

Orginal Text mit Referenzen hier

DAWOS - helping people ease their frustration since 2009
Another dawos quality post. - Jetzt auch mit einem positiven Teil in jedem Posting: Wir zitieren AC/DC zur allgemeinen Lage: "On the highway to hell"

Colon Offline



Beiträge: 474

07.02.2009 04:49
#4 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Hola dawos,

schreib doch mal was, was auch für die Kanaren interessant ist, denn auf die Kanaren können diese Durchschnittszahlen und Prognosen für Spanien ja bekanntlich nicht angewendet werden.

Die Kanarischen Inseln sind einfach zu weit weg von Spanien, die Kanaren sind nur teilweise Teil der europäischen und spanischen Wirtschaft, in wichtigen Teilen sogar unabhängig und haben eine ganz andere Wirtschaftstruktur als der Durchschnitt der Peninsula.

Du kennst sicher auch das Beipiel: Was ist der Durchschnitt? - Wenn ich mit dem linken Fuss in einer Tiefkühltruhe und dem rechten in einem glühenden Ofen, hat mein Körper durchschnittlich genau die richtige Temperatur.

Übrigens stimmen die Annahmen in Ziff. 1, 4, 5 auch schon nicht mehr, weil sie von der rasanten Entwicklung der "Krise" bereits überholt sind. Z.B.: Sinkendes Immobilienangebot stabilisert jetzt die Preise, die europäischen Zinsen der EZB sind jetzt fast so niedrig wie in USA, und der Euro schwächelt neuerdings. Insofern nimmt die Sache in Spanien auch einen anderen Verlauf als der Profosser prognostiziert hat.

Der angeführte Referenzprofessor hat übrigens noch vor kurzer Zeit die Vergabe von Bankkrediten u.a. für Immobilienkäufe in Spanien wegen der Solidität der spanischen Wirtschaft, Banken und Schuldner dort empfohlen.

Tagoror TV ( gelöscht )
Beiträge:

07.02.2009 10:10
#5 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Zitat
Z.B.: Sinkendes Immobilienangebot stabilisert jetzt die Preise, die europäischen Zinsen der EZB sind jetzt fast so niedrig wie in USA, und der Euro schwächelt neuerdings. Insofern nimmt die Sache in Spanien auch einen anderen Verlauf als der Profosser prognostiziert hat.



Sinkende Immobilienpreise auf den Kanaren

Zitat
Knapp ein Drittel aller zum Verkauf stehenden Wohnungen und Häuser werden auf den Kanaren mittlerweile zu niedrigeren Preisen angeboten. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Immobilienportals idealista.com hervor.

Fast die Hälfte der Immobilien auf den Kanarischen Inseln, die in diesem Immobilienportal angeboten werden, haben einen Verkaufspreis zwischen 180.000 und 300.000 Euro. Rund ein Drittel der Angebote befinden sich weniger als drei Monate auf dem Markt und 26 Prozent haben eine Wohnfläche zwischen 50 und 80 Quadratmetern. 72 Prozent der angebotenen Objekte sind Wohnungen und 28 Prozent Häuser. Bei 31 Prozent der angebotenen Immobilien wurde der Verkaufspreis seit ihrer Publikation im Internet gesenkt.



Hat sich das seit Oktober 2008 wesentlich verändert?

It´s your turn, Mr. Colon!

Pinta an Santa Maria: Sollen wir mit dem Kauf des Hauses auf Gran Canaria noch warten, bis die Krise richtig zugeschlagen hat?

Antwort: Erst abwarten, was nach der Sommersaison 2009 auf dem Markt passiert ist.
Besser noch bis Februar 2010 warten. Ab sofort: Geld bunkern und regelmäßig zu Zwangsversteigerungen gehen.

ENDE

Petrakaroline Offline




Beiträge: 2.151

07.02.2009 17:41
#6 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten
Colon Offline



Beiträge: 474

07.02.2009 22:25
#7 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Zitat
Gepostet von Tagoror TV

...www.kanarenexpress.com...Knapp ein Drittel aller zum Verkauf stehenden Wohnungen und Häuser werden auf den Kanaren mittlerweile zu niedrigeren Preisen angeboten....

...Hat sich das seit Oktober 2008 wesentlich verändert?



Ich weiss nicht, ob sich bei irgendeinem Immobilienportal irgendetwas verändert hat. Warum auch. Idealista ist eins von tausenden Immo-Portalen. Ich gehe nur nach der amtlichen spanischen Statistik, den Zahlen der kanarischen Regierung und Veröffentlichungen der Banken Notare und Immobilienverbände.

Und übrigens wieso sinken nach den idealista Zahlen die Immobilienpreise, wenn sich bei Idealista 15-20 % der Angebote (in qm) verbilligen, der Rest im Preis stabil bleibt bzw. sich in Teilen leicht verteuert????

Und wieso sinken nach den idealista Zahlen die Immobilienpreise allgemein, wenn der Preis für kleine, bisher überteuerte Schrott- und Problemimmobilien nachgibt?

Wenn ich das richtig rechne, ergibt das sogar bei idealista stabile Preise. Da muss der Redakteur vom Karenexpress wohl in Rechnen noch mal nachsitzen ;-)))). Sogar Idealista sagt nämlich etwas ganz anders.

Wenn Du am Kauf von Schrottimmobilien interessiert bist, mag 2010 tatsächlich ein gutes Jahr zu kaufen sein. Aber wer interessiert sich schon für soetwas.

Tagoror TV ( gelöscht )
Beiträge:

07.02.2009 22:35
#8 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Habe verstanden!
In der Immobilienkrise werden die Immobilien teurer, damit man was gegen die Krise macht!
Logo!
.... und wenn das mal anders sein sollte, dann ist es eine Sonderkrise, die man nicht ernst nehmen sollte.
Bleiben wir ruhig!

Hauptsache am Monte León bleibt alles stabil!

[ Editiert von Tagoror TV am 07.02.09 22:37 ]

Colon Offline



Beiträge: 474

07.02.2009 23:07
#9 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Zitat
Gepostet von Tagoror TV
Habe verstanden!In der Immobilienkrise werden die Immobilien teurer, damit man was gegen die Krise macht!
Logo!...
[ Editiert von Tagoror TV am 07.02.09 22:37 ]



Also ich will Dir ja nicht zu nahe treten, aber irgendwie scheinst Du das gar nicht verstanden zu haben. Wieso steigen Immobilienpreise, wenn sie teils sinken, teils steigen und dann logischerweise und mathematisch korrekt im Durchschnitt stabil bleiben? Ich gehe mal davon aus, das Du wie ich die Immobienstatistik nicht nach der Quantentheorie berechnest ;-)?

Auf dem Monte Leon sinken die Preise ebenfalls nicht. Die Grundstückspreise sind stabil. Die Preise für Häuser, die vor einigen Jahren für 1.500 - 2.000 Euro pro qm gekauft wurden, werden jetzt für um die 3.000 Euro den qm verkauft. Insofern haben sich insofern erst einmal erhöht, d.h. die Alteigentümer können bei Verkauf mit Gewinnen rechnen. Was dort nicht mehr funktioniert, sind Versuche, dort Immobilien für 5.000 Euro/qm und mehr zu verkaufen. Das hat aber schon 2006 und 2007 nicht funktioniert, hat also mit der aktuellen sog. "Krise" nichts zu tun. Was dort gesunken ist, sind nur die teilweise völlig verrückten Preisvorstellungen einiger Eigentümer und Makler. In der Statistik der tatsächlich bezahlten Kaufpreise und Mieten auf Monte Leon bewegt sich da praktisch nichts und es sieht zur Zeit auch nicht so aus, als würde sich da was ändern. Notverkäufe stehen da auch nicht ungebingt an. Dazu ist da mit zuviel Eigenkapital gebaut worden, was zu wenig Bankendruck führt.

Tagoror TV ( gelöscht )
Beiträge:

07.02.2009 23:21
#10 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Jetzt bin ich beruhigt.
Wir Hausfrauen brauchen diese Sicherheit.
Keine Krise, kein Verlust, kein Verkauf und schönes Wetter.
Gott sei Dank!
Nur bei Schrottimmobilien ist das anders.
Die nimmt aber zukünftig die Zweckgesellschaft "Bad Estate Agents GC".
Das sind ja auch nur ganz wenige, die sog Schrott-Immos!
Davon gibt es fast keine in Maspalomas, Playa del Inglés u.s.w.. Selbst in Vecindario ist alles in Ordnung, wahrscheinlich weil man da so gut shoppen kann.
Kein Grund zur Sorge. Die Immobilienkrise ist nur herbeigeredet. Ja, die Engländer haben auch viel mehr Geld als manche denken. Und dann erst die Deutschen. Schaut mal auf deren Sparkonten.
Krise war gestern! Morgen ist Immo-Hausse!

Colon Offline



Beiträge: 474

07.02.2009 23:35
#11 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Zitat
Gepostet von Tagoror TV
...Morgen ist Immo-Hausse!...



Wie kommst Du denn jetzt schon wieder auf die Idee???

ronnsen Offline




Beiträge: 1.108

07.02.2009 23:40
#12 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Naja, zumindest hat ein Wortschatz seine Berechtigung gefunden:

Insofern haben sich insofern erst einmal erhöht, d.h. die Alteigentümer können bei Verkauf mit Gewinnen rechnen.


Es gibt doch immer wieder Leute, die haben selbst auf den Kanaren kaum was zu tun........

Tagoror TV ( gelöscht )
Beiträge:

08.02.2009 00:48
#13 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

@ronnsen

Insofern ist alles relativ!
Die Alteigentümer können gar nichts mehr verkaufen, weil es ja neue Eigentümer gibt. Möglicherweise verkaufen die aber mit Gewinn, falls die Alteigentümer Verlust gemacht haben.
Oder sö ähnlich! Hauptsache das Copyright wird beachtet,
auch das von Albert Einstein!
Gucke gerade 30 Jahre Rodgau Monotones! Ei gude wie!

[ Editiert von Tagoror TV am 08.02.09 0:52 ]

macnetz Offline



Beiträge: 116

08.02.2009 13:04
#14 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Zitat
Gepostet von Tagoror TV
Insofern ist alles relativ!


Hallo,

mich wundert dass du den verborgenen Kern des Spanischen Finca-Booms nicht ansprichst.
Für eine mit Schwarzgeld gebaute Finca ist jeder Verkaufspreis > 0 € ein Gewinn - da gewaschen.

SCNR - Anton

Tagoror TV ( gelöscht )
Beiträge:

08.02.2009 13:16
#15 RE: Der Spanische Immobilien Wahnsinn (Hintergründe) Antworten

Danke, Anton!

Ich glaube, in Tirol ist nicht ganz so schlimm mit den Schwarzbauten.
Aber auf GC schon. Besser ist es, nach den "Weissbauten" zu suchen, da hat man weniger Arbeit!

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