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Dieses Thema hat 84 Antworten
und wurde 4.671 mal aufgerufen
 Politik & Wirtschaft auf Gran Canaria / Kanaren und weltweit
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frau obelixxxxxxx Offline




Beiträge: 113

07.11.2006 16:52
#31 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Also, im weitesten Sinne hat diese "Abstimmung" etwas mit Politik zu tun, aber nur im Weitesten!

Zur Todesstrafe meine Meinung:

Die größte Strafe für Saddam wäre wohl, wenn er in der Versenkung und Vergessenheit verschwinden würde.
In Bezug auf die Todesstrafe kann ich nur sagen:
Wir können urteilen, aber richten sollen wir nicht.
Das ist meine Meinung.
In diesem speziellen Fall mag ich mir keine Entscheidung über erwiesen oder unerwiesen, anmaßen.

Aber die Geschichte lehrt uns immer wieder (ich weiß, Klischeespruch), daß kein Urteil unfehlbar ist.
Ist es nicht besser, wenn die Revidierung eines Urteils einen Lebenden trifft?


So, und dann zu solch einer Abstimmung in diesem öffentlichen Forum:

Man sollte vielleicht mal bedenken, wie unzivilisiert und barbarisch so etwas ist: abstimmen, ob jemandem : "die Rübe abgehauen werden soll."
Mittelalterlich ist ja noch harmlos, als Bezeichnung dessen.

Steine werfen auf den "an dem Pranger stehenden Täter"
trifft es wohl.
Als perverse Schlammschlacht, ist dies wohl auch zu bezeichnen.

Und die Hexe wird von Euch dann auch auf dem Scheiterhaufen verbrannt!!!



Hofft nur, daß Ihr bei Eurem nächsten Thailandaufenthalt nicht unwissentlich Drogen untergeschoben bekommt.

Gran Canaria Forum Offline




Beiträge: 21.836

07.11.2006 18:44
#32 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Zitat
So, und dann zu solch einer Abstimmung in diesem öffentlichen Forum



dieses Politikforum ist NICHT öffentlich!

Ductreiber ( gelöscht )
Beiträge:

07.11.2006 18:50
#33 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Zitat
Gepostet von frau obelixxxxxxx
Also, im weitesten Sinne hat diese "Abstimmung" etwas mit Politik zu tun, aber nur im Weitesten!

Zur Todesstrafe meine Meinung:

Die größte Strafe für Saddam wäre wohl, wenn er in der Versenkung und Vergessenheit verschwinden würde.
In Bezug auf die Todesstrafe kann ich nur sagen:
Wir können urteilen, aber richten sollen wir nicht.
Das ist meine Meinung.
In diesem speziellen Fall mag ich mir keine Entscheidung über erwiesen oder unerwiesen, anmaßen.

Aber die Geschichte lehrt uns immer wieder (ich weiß, Klischeespruch), daß kein Urteil unfehlbar ist.
Ist es nicht besser, wenn die Revidierung eines Urteils einen Lebenden trifft?


So, und dann zu solch einer Abstimmung in diesem öffentlichen Forum:

Man sollte vielleicht mal bedenken, wie unzivilisiert und barbarisch so etwas ist: abstimmen, ob jemandem : "die Rübe abgehauen werden soll."
Mittelalterlich ist ja noch harmlos, als Bezeichnung dessen.

Steine werfen auf den "an dem Pranger stehenden Täter"
trifft es wohl.
Als perverse Schlammschlacht, ist dies wohl auch zu bezeichnen.

Und die Hexe wird von Euch dann auch auf dem Scheiterhaufen verbrannt!!!



Hofft nur, daß Ihr bei Eurem nächsten Thailandaufenthalt nicht unwissentlich Drogen untergeschoben bekommt.



Dann möchte oder eigentlich möchte ich es nicht, aber als Beispiel gesehen,
Würdest Du noch genau so denken wenn z.B. Deine Tochter entführt, vergewaltigt und dann umgebracht wird....

Oder Du von irgendwelchen Soldaten abgeholt, auf bestialische Weise gefoltert und dann zur Erlösung erschossen oder sonst wie getötet wirst?

bloxberg Offline



Beiträge: 99

07.11.2006 18:59
#34 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Eigentlich wollte ich mich dazu nicht äußern, sondern es einfach "überlesen"... aber...
Duc bringt es auf den Punkt: Vielleicht einfach mal versuchen sich in die Lage versetzen, falls man dazu geistig überhaupt fähig ist und dann noch'mal überlegen, was man gerade gesagt/geschrieben hat.
Dann revidiert sich das ganze schon fast von selbst.

Gran Canaria Forum Offline




Beiträge: 21.836

07.11.2006 19:30
#35 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Also generell bin ich eigentlich gegen Todesstrafen, denn somit begiebt man sich auf die gleiche Ebene des Menschen der getötet werden soll finde ich. Niemand sollte töten. weder der Verbrecher der auf dem todesstuhl sitzt noch die macht über ihm die ihn selber tötet als strafe. töten bedeutet in meinen augen krieg. jemand hat menschen getötet, also wird sich auf dessen ebende begeben und tötet dann auch. hm, blöd beschrieben, ich weiß, aber ich hoffe man versteht was ich meine und wie ich es meine.
wenn er getötet wird dann hat er doch garnichts mehr davon finde ich. er ist dann einfach nur tot.
soll er doch sein leben lang sich langweilen und vielleicht mal darüber nachdenken warum er nicht mehr in die außenwelt darf. aber heutzutage in den knästen führt man ja ein halbwegs gutes leben, wenn man so sieht dass sie playstation, TV und was nicht alles da haben, arbeiten gehen, sport machen, essen und trinken gratis bekommen ist das für manche warscheinlich noch eine belohnung. für ihn wäre ein knast/kerker angebracht wo er alleine und ist zu niemanden kontakt haben darf, kein tv nix. aber ich weiß auch nicht was ein mann im gefängnis kostet an geldern, von daher kann man da auch nicht wirklich ein urteil bilden was das für vor und nachteile hat. am besten gefiehl mir die idee mit den versuchen, statt tiere zu nehmen. gut, ist auf einer art auch makaber und man begibt sich wieder auf eine solche ebene. schreiben tut man sowas schnell, man wünscht sich das aber naja... egal...

Gran Canaria Forum Offline




Beiträge: 21.836

07.11.2006 19:34
#36 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Zitat
Gepostet von Gran Canaria Forum
Hm, ich bin generell gegen Todesstrafe - auch bei Schwerverbrechern.

Ich finde es ist mehr Strafe wenn man sein Leben lang eingesperrt ist.
Wenn man tot ist hat man auch nix mehr davon, und kann auch nicht mehr über seine Taten nachdenken.

Wie gesagt, ich bin generell gegen Todesstrafe.
Kein Mensch oder Volk hat das Recht einen anderen Menschen zu töten, auch wenn der andere Mensch getötet hat.

Nirgends auf der Welt soll man töten, also erstrecht nicht als Vorzeigeobjekt von dem Statt oder Volk oder wie auch immer.



Ups, sorry, hab grad auf der ersten Seite gelesen dass ich ja schon was dazu geschrieben habe
ich werde alt...

naja, wenigstens habe ich auf Seite 1 die gleiche Meinung vertreten wie eben

Ductreiber ( gelöscht )
Beiträge:

07.11.2006 20:10
#37 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Es ist der Lauf der Natur...
Aber mal im ernst, wieviele Straftaten werden vom Gefängniss aus angestifftet durch irgendwelche Mittelsmänner. Da sehe ich bei Saddam die Gefahr, das er seine leider immer noch zahlreichen Symphatisanten aufhetzen könnten...

Gran Canaria Forum Offline




Beiträge: 21.836

07.11.2006 20:13
#38 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Zitat
Gepostet von Ductreiber
Es ist der Lauf der Natur...
Aber mal im ernst, wieviele Straftaten werden vom Gefängniss aus angestifftet durch irgendwelche Mittelsmänner. Da sehe ich bei Saddam die Gefahr, das er seine leider immer noch zahlreichen Symphatisanten aufhetzen könnten...



ja da hast du natürlich auch wieder recht. so weit habe ich natürlich wieder nicht gedacht. also doch in einen einzelbunker sperren...

frau obelixxxxxxx Offline




Beiträge: 113

07.11.2006 21:33
#39 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Es ist genau das passiert, was ich erwartet habe.

hugo11 Offline




Beiträge: 1.735

07.11.2006 21:48
#40 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

"Wir können urteilen, aber richten sollen wir nicht."

Wer soll denn richten???

Irgendeine/Irgendeiner muss es tun!

hugo11

_JB_ Offline




Beiträge: 28

07.11.2006 22:06
#41 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Moin,
zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich die Todesstrafe absolut ablehne. Auch im Fall von Saddam Hussein halte ich die Todesstrafe für nicht vertretbar.
Was mich ein wenig erschreckt ist die Art und Weise, wie einige Leute gleich einem johlenden Mob – vergleichbar mit dem Mittelalter – seine Exekution fordern, die Folter fordern und ihm die grausamste Art des Sterbens wünschen.
Die Argumente sind hier immer die selben: Soll es ihm genauso ergehen, er hat das Gleiche mit anderen gemacht!
Dies wird dann auch noch weiter vorangetrieben, wenn in der Diskussion gleichsam die Todesstrafe als einziges Sühne- und Bestrafungsmittel für Vergewaltiger, Kinderschänder und andere Schwerverbrecher herbeigewünscht wird.
Und irgend jemand kommt dann immer mit dem Beispiel: Stell dir vor deine Familie, deine Frau, deine Tochter, dein Kind … Stell dir vor, darauf kommt es nicht an und es ist auch nicht vergleichbar.
Muss Gleiches mit Gleichem vergolten werden? Lässt uns das nicht zu genau dem Monster werden, welches wir zu strafen suchen? Wird uns der Blutrausch je befriedigen? Böses kann nur Böses sähen.
Direkt ein Hinweis an die „Christen“ mit Auge um Auge und Zahn um Zahn. Wir sind mittlerweile im Neuen Testament angekommen. Und dort hat uns Jesus den Weg der Vergebung gezeigt.
Und noch ein Hinweis an diejenigen, die sich hier als Justizexperten aufspielen und mit Yellowpres-manier darauf abstellen, dass derartige Täter von der Justiz immer so milde bestraft werden und vorzeitig entlassen werden. Es ist natürlich sehr einfach der Justiz dafür den schwarzen Peter zu geben. Wer erstellt denn die Gutachten, auf deren Grundlage die Richter und Staatsanwaltschaften gezwungen sind diese Leute vorzeitig in den gelockerten Vollzug zu entlassen? Es sind Juristen – keine Ärzte. Dafür verantwortlich sind diejenigen, die jede Maßregelung der Eltern als Misshandlung ansehen und ihre ach so tolle Therapie als einziges Heilmittel für psychisch kranke Triebtäter ansehen und verblendet vom eigenen Potenzial Gutachten erstellen, die den Tätern dann die Tore öffnen.
Aber genug davon!
Ich denke man sollte zum Kern der Frage zurückkommen. In diesem Zusammenhang möchte ich noch anmerken, dass ich die Abstimmung im Kontext zur Diskussion für falsch aufgestellt halte.
Die Grundfrage ist doch, ob Todesstrafe ja oder nein. Allein die Formulierung der Abstimmung ist eine Farce. Eine dritte oder vierte Alternative hat dort keinen Platz. Die dritte Alternative ist blanker Hohn, da sie impliziert, dass die Legitimation des Amtes gleichsam die Legitimation der Taten und damit ihre Rechtfertigung ist. Das kann uns darf so nicht sein. Die vierte Alternative in Form eines perversen Exzesses die Todesqual noch zu verlängern verbietet sich erst recht.
Wir sollten uns vor Augen halten:
Das zentrale Anliegen moderner rechtsstaatlicher Verfassungen und Gesellschaften ist es, den Schutz des menschlichen Lebens uneingeschränkt zu garantieren. Dies ist auch in den der Ewigkeitsgarantie unterliegenden ersten Artikeln unseres Grundgesetzes enthalten.

Die Generalversammlung der UNO verkündet 1948 in Art. 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:

"Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person."

Dies geschah im Nachgang zu den bereits oben genannten Nürnberger Prozessen.
Die Todesstrafe fällt aus dem Register der übrigen Strafen. Die Todesstrafe ist irreversibel ist. Sie steht im krassen Widerspruch zum Anspruch des Rechtsstaats und der Garantie unabdingbarer Rechte.

"Genau das hören wir von Regierungen immer wieder, dass sie nicht 'Menschen' foltern und einsperren. Sie foltern und verfolgen 'Terroristen' oder 'Kommunisten' oder 'Konterrevolutionäre' oder 'CIA-Agenten'. Diese Regierungen werden nur ungern daran erinnert, dass die Menschenrechte sich gerade durch ihre Unveräußerlichkeit auszeichnen. Die Menschenrechte sind nicht vom Staat verliehene Anerkennungen für gutes Betragen, die bei schlechtem Benehmen wieder entzogen werden. Nur ist es schlicht schwierig, jemanden zu töten, den man als menschliches Wesen anerkennt, der offensichtlich dieses mit uns gemeinsam hat. Deshalb wird sowohl bei Folterungen als auch bei Hinrichtungen das Opfer oft unter einer Kapuze versteckt. Müsste man ihm in die Augen sehen, wäre man zu stark daran erinnert, dass es ein menschliches Wesen ist wie man selbst."
(Larry Cox, stellvertretender Direktor von amnesty international, USA - entnommen aus einer Rede, gehalten auf der Jahresversammlung der US-Sektion am 23. Juni 1984 in Chicago)

Wie sieht es aus, wenn Fehler passieren? Wenn der Staat zum willenlosen Helfer Skrupelloser wird? Wenn durch falsche Aussagen der Staats zum mittelbaren Täter wird. Kann ein Staat sich das leisten? Die Geschichte ist voll von Justizirrtümern. Menschen die denunziert wurden, die verfolgt wurden.
Bei keiner Strafe ist ein Justizirrtum auszuschließen. Ist eine Strafe aber irreparabel wie die Todesstrafe, lädt die Gesellschaft sich durch ein Fehlurteil eine Schuld auf, die sie nicht tragen kann. Schon nur um dieses nie ganz auszuschließenden Risikos willen, darf kein Gerichthof ermächtigt sein, ein Todesurteil zu verhängen.

Jeder der hier „Rübe ab“ geschrieben hat, möge sich folgendes Szenario vorstellen:
Traumurlaub in Thailand. Rückflug. Kontrolle am Flughafen und dann der Schock: Untergeschobenes Kokain. Haft. Ein Urteil nach kürzester Zeit und nur ein mögliches Urteil: Todesstrafe!

Das Regime im Irak hat gezeigt, wozu eine Todesstrafe dient. Man lichtet damit die Reihen derer, der man sich entledigen möchte.
Daneben verfolgt die Todesstrafe - besonders in jüngster Zeit - noch einen weiteren, nicht weniger willkürlichen Zweck: der Verfolgung politischer Gegnerschaft. Die Todesurteile, die über Oppositionelle im Iran, in der Türkei, in Südafrika verhängt werden, machen dies nur allzu deutlich.

Mit solchen Überlegungen wird dann auch am besten ersichtlich, dass die Todesstrafe genau jene Strafe ist, die nicht den eigentümlichen Sinn einer Strafe beinhaltet, nämlich den der Sühne.
Jeder Mensch hat das Recht, eine Untat - und sei es die schlimmste - sühnen zu dürfen; den Versuch zu wagen, sie wiedergutzumachen. Ein Mensch dem die Zeit und die Gelegenheit gegeben wird über sein Leben und seine Taten nachzudenken wird, sofern er nicht unter einem krankhaften Zustand leidet, daran mehr Leiden als unter einer Exekution.

Um eine Tat zu sühnen, muss das Verbrechen zuerst bereut werden. Die Reue kann ein erster Schritt zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft sein. Die Todesstrafe jedoch schließt die Reue, und damit jede Möglichkeit einer Besserung völlig aus.

Ich möchte hier nochmals auf die „Rübe ab“-Postings zurück kommen, da ich in diesem Zusammenhang auf Worte gestoßen bin, die ich gerne zitieren möchte:

„Oft engagieren sich völlig Unbeteiligte stark für die Vergeltung; sie wollen, dass ein Verbrecher hingerichtet wird. Heimlich findet eine Identifikation statt: die fremde Tat und Schuld wird insgeheim wie eine eigene Tat angesehen. Im Unbewussten nagt das Wissen, dass man das gleiche Verbrechen auch hätte begehen können, wenn man den eigenen Instinkten der Grausamkeit nachgegeben hätte. Diese verdrängten Neigungen, die immer wieder Schuldgefühle hervorrufen, können nun auf eine konkrete Person übertragen werden: den Täter.

Nach möglicher Schuld oder Unschuld des Angeklagten wird oft nicht gefragt; als Sündenbock muss er für das Wohl der Gemeinschaft sterben, denn, indem er vernichtet wird, werden die andern im Moment von ihren Schuld- und Angstgefühlen befreit.

Die früher üblichen öffentlichen Hinrichtungen waren immer auch ein Ventil für angestaute Schuldgefühle und ein momentaner Ausweg aus Zwängen, die man eigentlich als unerträglich empfand. Deshalb gaben sie oft Anlass zu eigentlichen Volksfesten: im alten Athen zum Beispiel wurden zwei arme, verlassene Menschen ein Jahr lang auf Staatskosten ernährt. Zum Sühnefest der Thargelien schmückte man die zwei, geißelte sie und führte sie durch die Stadt. Ihre Aufgabe war es, alle Sühne und Schuld auf sich zu nehmen. Dann wurden sie von einem Felsen gestürzt und verbrannt. Mit der Auflösung der Körper dieser Opfer, so glaubte man, sei alle Schuld der Bürger ausgelöscht. Auch heute haften dem Ruf nach der Todesstrafe noch solche Triebregungen an, Schuld- und Angstgefühle, die abreagiert sein wollen. Dazu dient der 'Schuldige', der 'Sündenbock'.“

Quelle: Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter
http://www.acat-deutschland.de/

Diejenigen die sich eine besonders schmerzhafte Hinrichtung wünschen, denen empfehle ich sich den Film „The green Mile“ anzusehen. Insbesondere die Szene, in der eine Exekution manipuliert wurde.

Dazu mal ein realer Fall:

Nach dem Spritzen-Tod des Häftlings Brooks eröffnete die Nation einen neuen, amtlich inszenierten Todesreigen: Im April 1983 schnallten Vollzugsbeamte John Lewis Evans, 33, auf den elektrischen Stuhl. Es war die erste Hinrichtung in Alabama seit 1965. Zugleich war es, wie der Evans-Anwalt beobachtete, 'eine Verbrennung am lebendigen Leibe'. Dreimal schalteten die Exekutoren den 2000-Volt-Stromkreislauf ein. Evans sprühte Funken. Kleine Flamen züngelten wie ein Elmsfeuer um seinen Kopf, Rauch stieg an seinen Beinen empor. "Im Namen der Menschlichkeit" flehte der Verteidiger, "hört auf!" Nach mehr als 10 Minuten entsprachen die Beamten dem Wunsch. Der Delinquent war endlich tot.
(Ronald Reagan, 1979 (In: Der Spiel, Nr. 14/1984))

Soviel dazu.

Zu Saddam Hussein möchte ich noch einige Hinweise geben.

Zunächst einmal sei blasphemisch gesagt: George Walker Bush möge hoffen, dass die USA niemals besetzt und besiegt würden, denn sonst würde man ihn hinrichten, wegen eines völkerrechtlich nicht legitimierten Krieges gegen den Irak.

Dann sei gesagt: Märtyrer schafft man durch Exekutionen, nicht indem man ihnen mit Respekt vor dem Leben begegnet.

Ich selbst kann den Fall Saddam Hussein nicht beurteilen, da ich weder die Akten kenne, keine Zeugen gehört habe, nicht an der Verhandlung teilgenommen habe und mir daher kein Urteil bilden kann und werde.

Absolut pervers finde ich den Hinweis, wenn er zu einer Haftstrafe verurteilt wird, dann kostet er ja nur Geld oder man solle ihn für Tierversuche verwenden. Wie krank kann man eigentlich sein so einen Mist zu verfassen? Wie kann man den Tod eines Menschen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilen? Wie kann man sich über die Untaten des Dritten Reiches aufregen, wo die Nummern 1000-1200 in die Gaskammer geschickt wurden und dann so was verfassen? Wie kann man den Schutz von Tieren vehement einfordern und gleichsam die Folter von Menschen und ihre Exekution proklamieren? Um wie viel besser seid ihr denn als diejenigen, die Tieren Lippenstift in die Augen drücken, nur um herauszufinden ob sie gesundheitsschädlich sind? Kein Deut!

Es gibt bestimmt noch viele Punkte die ich ansprechen könnte. Aber mein Posting ist schon lang und es hat mich viel Kraft gekostet dies alles zu schreiben. Ich bete darum, dass die Gesellschaften der Zukunft den Respekt vor Gott, der Schöpfung und eines jeden Lebewesen als wertvollstes Ziel bewahren und anerkennen.

Gruß
JB

hugo11 Offline




Beiträge: 1.735

07.11.2006 22:23
#42 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

JB, man kann über die Todesstrafe denken wie man will, aber:

Du stelltst nicht wirklich einen Unschuldigen (schlimm, da sowas passiert!!!!!!!!!) mit Hussein gleich?

"Jeder der hier „Rübe ab“ geschrieben hat, möge sich folgendes Szenario vorstellen:
Traumurlaub in Thailand. Rückflug. Kontrolle am Flughafen und dann der Schock: Untergeschobenes Kokain. Haft. Ein Urteil nach kürzester Zeit und nur ein mögliches Urteil: Todesstrafe!"

Sorry, aber wie naiv (wie alt) bist du eigentlich?????

Das passiert wirklich nur Deppen! Und zu dieser Aussage stehe ich, egal welcher Kommentar folgt!!!

"Und irgend jemand kommt dann immer mit dem Beispiel: Stell dir vor deine Familie, deine Frau, deine Tochter, dein Kind"

Genau so isses, wenn mir so was angetan würde, würde sie/er den Prozess nicht überleben! Fakt!

hugo11

[ Editiert von hugo11 am 07.11.06 22:27 ]

[ Editiert von hugo11 am 07.11.06 22:30 ]

[ Editiert von hugo11 am 07.11.06 22:36 ]

Gran Canaria Forum Offline




Beiträge: 21.836

07.11.2006 22:24
#43 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

puhhhhhhhhh... ein wirklich sehr sehr sehr guter Beitrag. Vielen Dank dafür. meine genaue Antwort wird etwas dauern zu Deinem Beitrag oder per PN folgen. Hier mal meine Kurzform

Zitat
Muss Gleiches mit Gleichem vergolten werden? Lässt uns das nicht zu genau dem Monster werden, welches wir zu strafen suchen? Wird uns der Blutrausch je befriedigen? Böses kann nur Böses sähen.



Genau mein Reden. Sehe ich genauso.

Zitat
wenn er zu einer Haftstrafe verurteilt wird, dann kostet er ja nur Geld



Ich hoffe du hast damit nicht meinen Beitrag gemeint, denn so wie Du es aufgefasst hast meinte ich es eigentlich nicht, ich überlegte nämlich ob der STATT das so sieht und deshalb gerne die Todestrafe sieht, nicht dass das meine Meinung ist
Auszug aus meinem Beitrag:

Zitat
aber ich weiß auch nicht was ein mann im gefängnis kostet an geldern, von daher kann man da auch nicht wirklich ein urteil bilden was das für vor und nachteile hat



Zum Thema Green Mile.. ich habe den Film auch mehrfach gesehen... der ging wirklich unter die Haut, aber dazu auch später mehr, muss erstmal im Word Dokument meine Worte sammeln und andere Stimmung und mehr Zeit dazu finden.

Danke für Deinen Beitrag. LG Sanny

[ Editiert von Administrator Gran Canaria Forum am 07.11.06 22:27 ]

_JB_ Offline




Beiträge: 28

07.11.2006 22:39
#44 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Lieber Hugo11,

es spielt keine Rolle ob er unschuldig ist oder nicht. Das Urteil darüber steht dir sowenig zu wie mir. Aber egal ob er schuldig ist oder nicht - die Todesstrafe ist kein adäquates Mittel und keine Option.

Du liegt im übrigen falsch. Wir sind im neuen Testament. Du bist nicht im neuen Jahrtausend angekommen mit deiner Meinung, sondern du bewegst dich gerade um Jahrhunderte zurück ins Mittelalter. Willkommen bei den Hexenverbrennungen.

Und genauso ist es. Wer Selbstjustiz übt, gehört ins Gefängnis. Wir sind Gott sei dank aus dem Zeitalter der Blutrache und Vendetta heraus.

Gruß
JB

P.S. Ja ich bin Anwalt und ja ich verteidige Straftäter und versuche sich so gut ich kann zu verteidigen.

_JB_ Offline




Beiträge: 28

07.11.2006 23:01
#45 RE: Todesstrafe für Saddam? Antworten

Lieber Hugo11,

es ist schwer deinem Posting zu antworten, wenn es andauernd editiert wird.

Mein Beispiel hat nichts mit Naivität zu tun. Sondern es ist genau so real wie die Todesstrafe für Saddam Hussein.

Du bist sicherlich so jemand der sagt: mir hat noch nie jemand die Geldbörse geklaut, dafür bin ich viel zu klever - wie dämlich kann man sein...

Nun, frag mal die Leute, die möglicherweise unschuldig in Gefängnissen sitzen, denen genau das passiert ist, denen man halt Drogen untergeschoben hat.

Noch ein Nachsatz zu G.W.Bush, der mir gerade durch den Kopf geht. Auf Guantanamo Bay werden zur Zeit Menschen ohne Urteil und Richter gefangen gehalten und gefoltert, fernab von Menschenrechten und dem amerikanischen Traum von Freiheit und all den patetischen Götzen des amerikanischen Patriotismus.

Eröffnet doch mal einen Thread zu diesem Thema!

Dazu nur 2 Sätze:
Manchmal muss der Baum der Freiheit mit dem Blut von Patrioten und Tyrannen getränkt werden. Thomas Jefferson

Patriotismus ist die Tugend der Boshaften. Oskar Wilde

Gruß
JB

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